VORTRAG: DIE GROSSE TÄUSCHUNG DES DIETRICH KLAGGES

VORTRAG: DIE GROSSE TÄUSCHUNG DES DIETRICH KLAGGES
Braunschweiger Dom© Ev.-luth. Domkirche St. Blasii zu Braunschweig

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Veranstaltungsdaten

 

Rubrik:

Vortrag & Workshop & Lesung
Ort: Braunschweiger Dom
Diese Veranstaltung ist kostenlos.

Die Öffnung der Gruft Heinrichs des Löwen und die Instrumentalisierung des Braunschweiger Doms zur Gründung eines Parteigaus Ostfalen in den Jahren 1936-1940. Im Zuge der nach der Machtergreifung der NSDAP forcierten Reform der Binnengliederung des Reiches wäre das kleine und zersplitterte Land Braunschweig in einer Provinz Hannover aufgegangen. Perspektivisch sollten die Parteigaue mit den Provinzen verschmolzen werden.
Um die Unabhängigkeit seines Landes zu behaupten, startete der damalige Ministerpräsident Klagges eine Initiative, Braunschweig aus dem Parteigau Südhannover-Braunschweig herauszulösen und durch die Hinzufügung umliegender Gebiete zu einem Parteigau Ostfalen mit Braunschweig als Gauhauptstadt aufzuwerten.
Zur Begründung wurde u.a. der Sachsenherzog Heinrich als historischer Stammvater bemüht, der mit seiner Ostkolonisation der Vorreiter der „Gewinnung von Lebensraum im Osten“ gewesen sei.
Dazu ließ Klagges 1936 die Gruft im Dom öffnen, um die erhofften Funde in einer Art Schrein zu präsentieren.
Die unter strenger Geheimhaltung erfolgende Grabung brachte nur ein enttäuschendes Ergebnis. Statt zwei Steinsärge wurde nur einer gefunden, der das zierliche und dazu noch verkrüppelte Skelet einer Frau enthielt, also Mathilde hätte zugeordnet werden müssen.
Deshalb wurde mit großem gutachterlichem Aufwand behauptet, es handle sich um Heinrich und die Verkrüppelung sei durch einen Reitunfall verursacht worden.
Hitler, der wie die Öffentlichkeit getäuscht wurde, zog das Vorhaben an sich, um zu verhindern, daß der Dom in ein Sachsenheiligtum verwandelt wurde.
Sein Held war Barbarossa und Heinrich nur ein Rebell, der sich gegen den Kaiser aufgelehnt hatte.
Bis 1940 wurde eine neue Gruft gebaut und mit gefälschten Artefakten und NS-Symbolen dekoriert, der Dom reromanisiert und als „Staatsdom“ der Landeskirche entzogen.
Trotz „Entnazifizierung“ des Doms 1945/46 und der wissenschaftlichen Dekonstruktion der Täuschung lebte diese im Bewusstsein der Öffentlichkeit sowie in diversen Domführern, selbst noch in dem Kunstführer aus dem Jahre 2020, fort.
Mit der Veranstaltung will die DomStiftung einen öffentlichkeits-wirksamen Schlusspunkt hinter die leidige Angelegenheit setzen.

Wo:

Domplatz 7
38100 Braunschweig

Die Veranstaltung ist barrierefrei zugänglich.

Kontakt:

Domplatz 5
38100 Braunschweig

0531 / 24 33 5-0
0531 / 24 33 5-24


Gruft im Braunschweiger Dom© Ev.-luth. Domkirche St. Blasii zu Braunschweig