Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland
Die Ausstellung im Städtischen Museum entstand in enger Kooperation mit dem Zentralrat. Sie hebt das Wirken einzelner Präsidenten und Führungspersönlichkeiten des Zentralrats hervor. Gleichzeitig veranschaulicht sie das Spektrum lebendiger Kultur und gesellschaftlichen Engagements, das durch den Zentralrat unterstützt wird. Die Aktionsfelder des Zentralrats betreffen u.a. Sport (Kooperation mit dem jüdischen Sportverband Makkabi), Kampf gegen Antisemitismus, Pressewesen, Dialog zwischen den Religionen (Denkfabrik Schalom Aleikum) und die Akzeptanz diverser sexueller Identitäten (Unterstützung des Vereins Keshet Deutschland – Die jüdische LGBTQI*-Community in Deutschland). Der Zentralrat steht aber auch für den Musik- und Tanzwettbewerb „Jewrovision“, bei dem junge Jüdinnen und Juden mitreißende Beiträge performen. Die historischen Themen der Schau reichen von juristischen und organisatorischen Fragen der Gründungszeit („Wiedergutmachung“) über die Erinnerungskultur nach der Schoa und erinnerungspolitische Kontroversen der 1980er und 1990er Jahre, die mit R.W. Fassbinder und M. Walser verbunden waren, bis hin zu den Reaktionen auf antisemitische Inhalte der documenta fifteen. Umrissen wird in diesen Zusammenhängen, wie der Zentralrat für die Formung und Verteidigung demokratischer Grundwerte eintrat, als Anwalt des Grundgesetzes handelte. Ergänzt wird die Ausstellung von einer Sektion, in der zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland verarbeiten. Ziel des Projekts ist es, die Verdienste des Zentralrats für die jüdische Gemeinschaft zu würdigen und zugleich seine Bedeutung für die demokratische Entwicklung der bundesrepublikanischen Gesellschaft herauszustellen.
Abb.: Die Siegerteams der Jewrovision 2025: Jachad Köln & Kavanah Aachen
Gregor Matthias Zielke
Gregor Matthias Zielke
Veranstaltungsort Städtisches Museum Braunschweig
Steintorwall 14
38100
Braunschweig