INDUSTRIEKULTUR im Dialog | Das Nachleuchten der Radioaktivität in Braunschweig
Im sehr frühen 20. Jahrhundert wurde im Braunschweiger Landwissenschaftliche und industrielle Pionierarbeit geleistet. Mit dem Chemiker Friedrich Giesel wirkte hier eine Person, die entscheidende Impulse für die Nutzung der Radioaktivität als einfachste Form der Kernenergie gab. Als Industriechemiker in der Buchlerschen Chininfabrik hatte Giesel offensichtlich die Freiheit, in ein Forschungsfeld zu investieren, über dessen wirtschaftlichen Profit zwar spekuliert wurde, der aber keineswegs sicher war. Unter Giesels Leitung wurden in Braunschweig erstmals radiumhaltige Produkte hergestellt und vermarktet.
Um 1904 brachte die Firma Buchler Leuchtfarben auf den Markt und bis zum Umzug in den 1970er Jahren befand sich in der Frankfurter Straße eine Fabrik, in der unter anderem Radium produziert wurde. Die letzten Hinterlassenschaften dieser Fabrik wurden ab 2001 beseitigt. Aus der Sicht eines Zeitzeugen dieser letzten Etappe der braunschweigischen Radiumfabrik werden persönliche Erinnerungen mit generellen Fragen zum Umgang mit der Geschichte der Radioaktivität verflochten.
Dr. Rainer G. Gellermann