Lesung: Ingo Schulze: Das Wasser im August (Braunschweiger Literaturzeit)
Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler im Juni 2025 nach Mecklenburg, in jene seenreiche Landschaft, die er im Sommer 1979, von dem sein Lesungstext handelt, den „Norden“ genannt hat. Eine unerwartete Begegnung scheint seine Novelle lebendig werden zu lassen, und wirft damit die Frage auf, was war und was wirklich ist. War er damals zu jung und zu unbeschwert für die große Liebe, und ist sie heute zu alt? Sind nur Illusionen und Utopien verloren gegangen oder auch Ansprüche und Hoffnungen, die einer Gegenwart fehlen, in der die alte Angst vor einem Krieg wieder real erscheint?
Eine Rückkehr zu den Ursprüngen des eigenen Schreibens – die Erinnerung an einen Sommer des Jahres 1979, in dem das Leben noch offenstand.
Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Nach dem Studium der klassischen Philologie in Jena arbeitete er zunächst als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Bereits sein erstes Buch „33 Augenblicke des Glücks“, 1995 erschienen, wurde sowohl von der Kritik als auch dem Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Zahlreiche weitere Romane folgten. Am 1. Oktober 2020 wurde Ingo Schulze mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für sein Engagement als politischer Autor und Künstler ausgezeichnet. „Das Wasser im August“ wurde mit dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichnet und ist für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert.